28. Kölner Immobilienzirkel

Kölner Wohnungsmietmarkt – Mietspiegel kontra Marktlage

Der 28. Kölner Immobilienzirkel fand unter reger Beteiligung von ca. 85 Fachleuten der Immobilienwirtschaft auf Einladung von W·I·R Jennißen und Partner statt. Eine erste Einschätzung des Kölner Wohnungsmietmarktes gaben die Herren Jürgen Becher, Geschäftsführer Mieterverein Köln e.V. und Hermann Ferrang, Mitinhaber der Ferrang-Becker Immobilien GbR, die vornehmlich als Wohnungsmakler tätig ist, ab. Naturgemäß wünscht sich der Mieterbund ein größeres Spektrum preiswerten Wohnraums. Aber auch Herr Ferrang sprach sich für eine moderate Mietpreisgestaltung aus. Nach seinen Erfahrungen würde es sich manchmal rächen, wenn die Mietpreise überzogen würden. Maßvolle Mieten, durchaus am oberen Rand der Möglichkeiten, würden die Nachhaltigkeit des Objektes fördern.
Der Mietspiegel repräsentiert die tatsächliche Marktlage nur unvollständig. Die tatsächlich erzielten Wohnungsmieten sind dort mit den Daten des Mietspiegels in Einklang zu bringen, wo der Mietspiegel auf einer umfangreichen Datenerhebung basiert. Einige Stadtteile sind jedoch bei der Datenerhebung unterrepräsentiert, so dass der Mietspiegel dort kaum die tatsächliche Marktlage wiedergibt. Eine detaillierte Differenzierung des Kölner Mietspiegels auch hinsichtlich der einzelnen Lagen wurde als wünschenswert angesehen.

In der anschließenden Diskussion sprachen sich mehrere Teilnehmer dafür aus, dass es verfehlt sei, die Mieterhöhungsmöglichkeiten der Vermieter weiter zu beschränken, so, wie es politische Bestrebungen erwarten lassen. Der Markt regelt im Grunde die Mietpreise selbst. Wenn der Wohnraum nicht mehr knapp ist, werden die Preise von selbst fallen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Grundstückspreise und die Baukosten so hoch sind, dass heute kaum jemand mehr preiswert bauen kann. Wenn der Mieterverein bemängelt, dass es zu wenig preiswerten Wohnraum gibt, werden sich bei den hohen Erstellungspreisen von Immobilien kaum Besserungen ergeben. Wenn trotzdem preiswerter Wohnraum geschaffen werden soll, müssen hierzu ggf. steuerrechtliche Anreize geschaffen werden.