46. Kölner Immobilienzirkel

Einer der Gründe für die hohe Teilnehmerzahl am 46. Immobilienzirkel vom 17.06.2019 war neben dem angekündigten Thema sicher auch die Person der Referentin, Frau Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Vor über 100 Gästen aus der Immobilienbranche referierte sie zu dem Thema „Flächenentwicklung, Wohnungsbau, Modernisierungsförderung: Nordrhein-Westfalen investiert in das neue Wohnen“ im Steigenberger Hotel.

Zum Einstieg in ihren Vortrag wurde Frau Scharrenbach das Ergebnis einer von Jennißen und Partner aktuell in Auftrag gegebenen Studie zum Thema: „Wie kann man günstiger bauen?“ präsentiert. Aus einer Umfrage unter 54 Branchenkennern, darunter Projektentwickler, Bauträger, Immobilienverwalter, Makler, Architekten und Genossenschaften wurde ermittelt, welche TOP 10 Maßnahmen zu einer Optimierung der Kosten im Bauwesen beitragen und damit mittel- und langfristig zu einer Entspannung des Wohnungsmarkts führen können.

Frau Scharrenbach bestätigte, dass die Ergebnisse der Studie zu großen Teilen den Erkenntnissen ihres Ministeriums entsprechen. Um den Wohnungsmarkt zu entspannen, nannte Frau Scharrenbach verschiedene Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt und die sich auch in den Ergebnissen der Studie wiederfinden. Ein Hauptthema ist die Grundstücksverfügbarkeit. Während das Land als Verordnungsgeber bestimmen kann, wie gebaut wird, ist es Angelegenheit der Kommunen zu regeln, wo gebaut werden kann. Derzeit seien in NRW etwa 2600 ha in Zusammenarbeit mit den Kommunen ermittelt, die sich zur Wohnbebauung für die Schaffung zusätzlichen Wohnraums eignen. Daneben ist die Beschleunigung von Planung und Umsetzung zu fördern. Die sich aus BauO und BauGB ergebenden Planungsvorgaben werden vielfach durch Nebengesetze (Lärm, Abstand etc.) verlangsamt. Die Entwicklung von Standardprozessen soll ebenfalls zur Beschleunigung beitragen. Frau Scharrenbach hat deutlich gemacht, dass sich die Landesregierung des Problems der Wohnungsnot und des sich daraus ergebenden Handlungsbedarf bewusst ist und beabsichtigte Lösungswege aufgezeigt. Ob diese zum Erfolg führen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.